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Samstag, 20. August 2016

Antiimperialistische Militärakademie in Bolivien gegründet

Einrichtung soll Gegenpol zum US-amerikanischen Einfluss auf die Armeen in Lateinamerika und der Karibik bilden. Eröffnung durch Evo Morales

Santa Cruz, Bolivien. Boliviens Präsident Evo Morales hat Mitte der Woche eine Militärakademie eröffnet, in der die Militärs in antiimperialistischen Theorien ausgebildet werden sollen. Die neue Bildungseinrichtung der Armee hat explizit zum Ziel, den politischen Einfluss der USA auf die Militärs in Lateinamerika und der Karibik einzudämmen. Bei der Einweihung waren auch die nicaraguanische Verteidigungsministerin Martha Ruiz Sevilla, ihr Amtskollege aus Venezuela, Vladimir Padrino López, und der Vize-Verteidigungsminister von Ecuador, Felipe Vega zugegen.

Präsident Morales bei seiner Rede vor dem Gebäude der Escuela Antiimperialista de los
Pueblos del Abya Yala y de las Fuerzas Armadas (FFAA) 'Juan José Torres'
QUELLE: ENZO DE LUCA/ABI

Montag, 15. August 2016

Rousseffs Partei in Brasilien ruft Kommission für Menschenrechte der OAS an

Brasília/Washington. Die brasilianische Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, PT) der suspendierten Präsidentin Dilma Rousseff hat bei der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (CIDH) eine Anklageschrift bezüglich des laufenden Amtsenthebungsverfahrens eingereicht, dessen Eröffnung und Verlauf sie als "illegal" bezeichnet. Dieses genüge nicht den Standards des interamerikanischen Systems und habe keinerlei juristische Grundlage. Damit reagiert die Partei auf die jüngste Abstimmung im Senat, das Verfahren fortzuführen.

Wollen in "allen Bereichen kämpfen", PT-Abgeordneter Paulo Pimenta
in Brasilien  - QUELLE: MOREIRA MARIZ/AGÊNCIA SENADO

Sonntag, 31. Juli 2016

Ecuador zahlt 112 Millionen US-Dollar an Chevron

Quito. Nachdem Verhandlungen mit dem US-amerikanischen Erdölkonzern Chevron gescheitert sind, hat die Regierung von Ecuador die vom Obersten Gericht der USA verhängte Strafe von 96 Millionen US-Dollar plus Zinsen beglichen. Der Leiter der Zentralbank Ecuadors, Diego Martínez bestätigte die Zahlung Ende vergangener Woche gegenüber der Presse.

Werbeplakat von Chevron, einem der größten Ölkonzerne weltweit
QUELLE: WIKIMEDIA/ALF VAN BEEM  - LIZENZ: CC

Freitag, 29. Juli 2016

Uruguay – Venezuela: Untergetauchter ehemaliger Guantanamo Häftling in Caracas

Im Dezember 2014 haben die USA sechs Männer aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba freigelassen. Die vier Syrer, ein Tunesier und ein Palästinenser wurden von Uruguay aufgenommen, wo sie als Flüchtlinge leben sollen. Die Männer wurden verdächtigt, in Kontakt mit Terrorgruppen zu stehen, jedoch nie angeklagt. Der 44-jährige Syrer Jihad Ahmad Diyab, der laut den Republikanern im US-Kongress als „Fälscher“ für das Terrornetzwerk Al-Kaida gearbeitet hat, soll im Juni dieses Jahres illegal die Grenze nach Brasilien überquert haben. Diyab, der sich in der Vergangenheit mehrfach negativ über die Behandlung durch die uruguayischen Behörden geäußert hatte, ist vor einigen Tagen in Venezuela aufgetaucht.

Diyab, der sich in der Vergangenheit mehrfach negativ über die Behandlung durch
die uruguayischen Behörden geäußert hatte, ist vor einigen Tagen
in Venezuela aufgetaucht (Foto: Screenshot YouTube)

Laut Uruguays Außenminister Rodolfo Nin Novoa meldete sich der Syrer im Konsulat Uruguays in der venezolanischen Hauptstadt Caracas und bat die Behörde darum, ihm ein Ticket in die Türkei oder ein anderes Land auszuhändigen. Das Außenministerium gab am Donnerstag (28.) bekannt, keine Kosten für die Rückreise oder die Übertragung in ein Drittland zu übernehmen. Auf Antrag von Diyab wurde im Konsulat ein Telefon zur Verfügung gestellt, mit dem Kontakt zum Roten Kreuz, mit einem Anwalt und Mitgliedern der Familie hergestellt wurde.

latina-press

Sonntag, 24. Juli 2016

Rios Angst vor den "einsamen Wölfen"

Die Anschläge in Orlando und Nizza haben die Organisatoren der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro aufgeschreckt. Terrorverdächtige sollen in Brasilien untertauchen. Doch wie ernst ist die Bedrohung?

Und plötzlich fehlt von Abu Wa'el Dijab jede Spur. Der Syrer ist untergetaucht. So vermelden es südamerikanische Zeitungen. Möglicherweise habe er sich nach Brasilien abgesetzt.

Die Nachricht genügte, um vor ein paar Wochen die Büros der brasilianischen Fluglinien in São Paulo in Aufregung zu versetzen und zum Checken der Passagierlisten zu veranlassen. Denn bei dem vermissten syrischen Staatsbürger handelt es sich um einen jener sechs ehemaligen Häftlinge aus dem Antiterrorgefängnis in Guantánamo, die vor rund zwei Jahren in Uruguay eine neue Heimat fanden.

Eine Eliteeinheit der Polizei trainiert die Abwehr von Attacken für die Olympischen
Spiele im Olympiastadion von Rio de Janeiro Foto: AFP/Getty Images

Mittwoch, 6. Juli 2016

Der seltsame Tod von Hugo Chávez

Eva Golinger: Chávez forderte die mächtigsten Interessen heraus und beugte sich nicht. Ich glaube, dass er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ermordet wurde

Mark Whitney: Sind Sie der Meinung, dass Hugo Chávez ermordet wurde, und wenn ja, wer denken Sie könnte darin verwickelt sein?

Eva Golinger: Ich glaube, dass es eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit gibt, dass Präsident Chávez ermordet wurde. Es gab offenkundige und dokumentierte Mordversuche gegen ihn während seiner gesamten Präsidentschaft. Besonders erwähnenswert ist der Staatsstreich vom 11. April 2002, bei dem er entführt wurde und getötet werden sollte, was durch den beispiellosen Aufstand des venezolanischen Volkes und loyaler Militäreinheiten verhindert wurde. Dies rettete ihn und brachte ihn innerhalb von 48 Stunden wieder an die Macht. Es ist mir gelungen, unumstößliche Beweise unter Nutzung des US-amerikanischen Freedom of Information Act (FOIA)1 zu finden, dass der CIA und andere US-Geheimdienste hinter diesem Staatsstreich standen und die Beteiligten finanziell, militärisch und politisch unterstützten.

Hugo Chávez und Oliver (Oktober 2010) QUELLE: ALBACIUDAD.ORG


Sonntag, 3. Juli 2016

Evo Morales erhebt schwere Vorwürfe gegen US-Behörde DEA

La Paz. Boliviens Präsident Evo Morales hat erneut schwere Vorwürfe gegen die US-amerikanische Antidrogenbehörde DEA erhoben. Diese habe Einkünfte aus dem illegalen Verkauf von Drogen genutzt, um Regierungsfunktionäre in Bolivien zu schmieren und Agenten zu bezahlen, sagte der linksgerichtete Präsident. Seine Regierung hatte die DEA vor sechs Jahren des Landes verwiesen.

Der Präsident von Bolivien, Evo Morales, im Interview über das Massaker von
Villa Tunari vor 28 Jahren QUELLE: PRESIDENCIA.GOB.BO

Donnerstag, 16. Juni 2016

Ecuador enttarnt Intervention und Agentennetzwerk der CIA

US-Geheimdienst nahm bis 2007 massiv Einfluss auf ecuadorianische Sicherheitsbehörden. Polizei und Militär sollten Zielen Washingtons folgen

Quito. Der US-amerikanische Geheimdienst CIA hat offenbar versucht, gezielt auf Sicherheitsbehörden und das Militär in Ecuador Einfluss zu nehmen. Dies geht aus einem Bericht der regierungsnahen ecuadorianischen Tageszeitung El Telégrafo vom Montag hervor, der sich auf entsprechende Dokumente stützt, die dem Blatt zugespielt wurden.

Leila Hadad Pérez, hier links im Bild. Das Foto stammt aus einem Bericht des
Fernsehsenders Telesur -  QUELLE: TELESUR

Montag, 13. Juni 2016

Ecuador zu Millionenzahlung an Chevron verurteilt

Washington/Quito. Ecuadors Staatspräsident Rafael Correa hat bei einem internationalen Pressegespräch das Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gegen Ecuador kritisiert. Dieses hatte am 6. Juni eine Berufung des Landes zugunsten des US-amerikanischen Erdölunternehmens Chevron zurückgewiesen. Der Konzern hatte das südamerikanische Land auf eine Zahlung von 96 Millionen Dollar plus Zinsen wegen Verstoßes gegen das bestehende Investitionsschutzabkommen verklagt und Recht bekommen.

Präsident Correa beim Gespräch mit internationalen Pressevertretern am Mittwoch
QUELLE: PRESIDENCIA DE LA REPÚBLICA DEL ECUADOR

Sonntag, 12. Juni 2016

Brasiliens Interimsregierung will Zugang zu Öl für transnationale Konzerne erweitern

Geheime Absprachen zwischen Außenminister José Serra und Chevron. Gesetz wurde kurz vor der Amtsenthebung von Dilma Rousseff durch den Senat gepeitscht.

Rio de Janeiro. Die brasilianische De-facto-Regierung plant große Teile des heimischen Erdölsektors zu veräußern. Durch eine Gesetzesreform soll der Zugang zu den mehreren Billionen US-Dollar schweren Erdölvorkommen Pré-Sal vor Brasiliens Küste für internationale Ölkonsortien geöffnet werden. Des Weiteren will der neu eingesetzte Präsident des Erdölkonzerns Petrobras, Pedro Parente, am Plan der Anteilsverkäufe des größten Unternehmens Südamerikas festhalten. Diese waren bereits unter der Regierung der Arbeiterpartei (PT) begonnen worden.

Unter dem Motto "Fora Temer" protestierten am Freitag tausende Menschen in über
34 Städten gegen die neoliberale Interimsregierung unter Michel Temer
sowie gegen die Privatisierung des Erdölkonzerns Petrobras
QUELLE: MARIO SCHENK